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Reindeer Experience – EU Story
Text: Alissa Selge
Fotos: Philip Brüderle

Roadtrip Leben in der Wildnis: Zu Besuch bei Rentierhirten

Wir befinden uns in Schwedisch-Lappland, der Morgennebel lichtet sich und es sind minus 35 Grad Celsius. Doch die Kälte hält uns nicht davon ab, mit dem Land Rover Discovery die breit geteerten Straßen zu verlassen, um eine Samen-Familie in Unna Tjerusj zu besuchen. Unser Ziel: die Rentierfarm von Kennet und seinem Sohn Nikà.

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Angekommen bei den gefrorenen Weideländern von Unna Tjerusj
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Mit dem Discovery unterwegs auf abgelegenen Pfaden
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Nikà und sein Vater verteilen jeden Tag bis zu 1.200 Kilo Futter im Gehege
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Kennet ist mit Rentieren aufgewachsen
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Nikà kümmert sich gemeinsam mit seinem Vater um die Tiere
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Der 25-Jährige geht mit seinem Vater in die Wälder, seit er ein kleiner Junge ist

Es ist Montagmorgen, Viertel vor neun, als wir den Motor starten. Vor uns liegen endlose verschneite Straßen, um uns herum nur schneebedeckte Tannen, sonst nichts. Je tiefer wir in die abgelegenen Wälder hineinfahren, desto einsamer wird es. Der Asphalt ist unter den Schneemassen längst nicht mehr zu erkennen, aber die Reifen unseres Land Rover Discovery* gleiten sicher über den vereisten Boden, der im Scheinwerferlicht glitzert. Nirgendwo sonst habe ich so sternenlose, dunkle Nächte erlebt wie in Schweden. Nur langsam verwandelt sich das undurchdringliche Schwarz in ein leichtes Violett, als die Morgendämmerung durch die Wolken bricht. Das leise Brummen des Discovery ist das einzige Geräusch weit und breit. Neben den Tannen ist nur eines allgegenwärtig: Schnee. In der Sprache der Samen, der skandinavischen Ureinwohner, gibt es 300 Wörter, um die unterschiedlichen Konsistenzen von Schnee zu beschreiben. Und langsam verstehe ich, wieso.

Der 54-jährige Schwede kann sich ein Leben ohne die Tiere nicht vorstellen
Der 54-jährige Schwede kann sich ein Leben ohne die Tiere nicht vorstellen
Das Waldstück der Rentiere ist unfassbar weitläufig
Das Waldstück der Rentiere ist unfassbar weitläufig

Wir biegen um eine letzte Kurve und haben die gefrorenen Weideländer von Unna Tjerusj erreicht. Es fällt mir schwer, die angenehm warme Fahrerkabine des Discovery zu verlassen. Auch die Sitzheizung und das beheizbare Lenkrad machen das Aussteigen nicht leichter – im Gegenteil. Die Kälte ist für einen kurzen Augenblick belebend, dann nimmt sie mir die Luft, brennt auf der Haut und in der Lunge. Kennet kommt uns lachend entgegen. „Ihr friert ja jetzt schon.“ Der 54-jährige Rentierhirte trägt eine schwarze Pelzmütze und ein Messer am Gürtel. Die Barthaare rund um seinen Mund sind gefroren und seine stahlblauen Augen leuchten. „Kommt mit!“

Kennet erkennt jedes einzelne seiner 600 Tiere
Kennet erkennt jedes einzelne seiner 600 Tiere
Nikà verteilt das Futter mit dem Schneemobil in dem weitläufigen Rentiergehege
Nikà verteilt das Futter mit dem Schneemobil in dem weitläufigen Rentiergehege

Vater und Sohn – und ihre Rentiere

Die Fläche, die sich vor uns erstreckt, ist so weitläufig, dass man kaum von einem Gehege sprechen kann. „Wir arbeiten als Familie zusammen“, erklärt Kennet, während er uns immer tiefer zwischen die Bäume führt. Bei jedem Schritt knirscht und kracht es unter unseren Füßen. In der trockenen Kälte hat der Schnee eine ganz andere Beschaffenheit als wir ihn von zu Hause kennen. „Mein Sohn und ich kümmern uns abwechselnd um die Tiere.“ Nikà ist seinem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten. Auch in seinem Bart hängen Eiskristalle, auch er trägt eine Pelzmütze und dicke Fäustlinge. Wie sein Vater, Großvater und Urgroßvater wurde Nikà auf diesem Stück Land geboren und ist von klein auf mit den Aufgaben eines Rentierhüters vertraut. Seit Jahrhunderten ist die Rentierhaltung die Lebensgrundlage der Samen: Sie hüten und pflegen die Tiere und verwerten ihr Fleisch sowie Fell.

Auf Kufen kommt man in der schneebedeckten Wildnis deutlich leichter von A nach B
Auf Kufen kommt man in der schneebedeckten Wildnis deutlich leichter von A nach B
Die Rentiere vertrauen Vater und Sohn
Die Rentiere vertrauen Vater und Sohn

Wie jeden Tag schütten Vater und Sohn auch heute bis zu 1.200 Kilo Futter auf den Anhänger ihres Schneemobils, um es anschließend im Gehege zu verteilen. Die Windschutzscheibe des Schneemobils ist vereist. Sie bietet keinen Schutz vor der Kälte, genauso wenig wie der ungeheizte Wohnwagen, in dem das Futter aufbewahrt wird. Kennet und Nikà sind die klirrende Kälte gewohnt, aber dennoch bringen die extremen Temperaturen sie an ihre Grenzen. An Tagen wie heute, an denen die Minusgrade Rekorde brechen, ist es besonders hart. 

Schwere körperliche Arbeit und extreme Temperaturen 

Schnellen Schrittes laufen wir dem Schneemobil hinterher, dringen immer tiefer in den Wald hinein, ohne die Tiere zwischen den Bäumen wahrzunehmen. Neugierig kommen sie zwischen den Tannen hervor, als der 25-jährige Nikà Trockenfutter in eine Krippe schüttet. „Ich kümmere mich jeden Tag um die Rentiere und erkenne jedes einzelne, wenn ich es anschaue“, sagt sein Vater Kennet stolz. „Unsere Herde umfasst immerhin 600 Tiere und jedes hat seine eigene Persönlichkeit. Es sind schöne Tiere und sie bedeuten mir sehr viel.“ Erhobenen Hauptes treten immer mehr Rentiere aus dem Schutz der Bäume und präsentieren stolz ihre majestätischen Geweihe. Die Farben der Felle verlaufen von hellem Sand zu dunklem Braun, einige Tiere sind ganz weiß. Die Rentiere laufen Nikà hinterher, schnuppern an seinen Händen. Sie vertrauen ihm.

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Die neugierigen Tiere nähern sich sogar dem Discovery
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Näher kann man Rentieren in freier Wildbahn kaum kommen
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Der Hund der Familie kommt jeden Tag mit in den Wald
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Minus 35 Grad: In Schwedisch-Lappland brechen die Temperaturen regelmäßig Rekorde
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Inmitten arktischer Kälte auf Tuchfühlung mit Rentieren: Ein Trip nach Unna Tjerusj ist ein ganz besonderes Erlebnis
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Im Winter bricht die Dämmerung in Schwedisch-Lappland bereits am frühen Nachmittag herein

„Ich lebe für die Tiere“, vertraut Kennet uns an. Er lacht heiser. „Aber sie verlangen uns auch viel ab. Hier oben im Norden sind wir abhängig vom Wetter und von den Gezeiten, von allen Launen der Natur. Es ist schwere körperliche Arbeit – und das jeden Tag.“ Nikà nickt. „Es ist ein harter Job“, bestätigt er. „Aber das macht mir nichts aus. Als ich vier oder fünf Jahre alt war, nahm mein Vater mich zum ersten Mal mit in den Wald. Ich bin mit den Rentieren aufgewachsen, ich liebe die Tiere und die Natur. Wenn ich draußen bin, fühle ich mich frei.“

Als wir mit Nikà und Kennet den Rückweg antreten, hören wir Hufe, die hinter uns im Schnee stapfen. Die Rentiere folgen uns, nähern sich sogar dem Discovery. Nikà streckt erneut die Hand aus, lässt ein Tier daran schnuppern. „Es ist ein harter Job“, wiederholt er. „Unser Alltag wird von der Wildnis, unseren Traditionen und einer Herde Rentiere bestimmt. Aber ich liebe, was ich tue.“ Auf der Heimfahrt muss ich noch lange über diesen Satz nachdenken. Und ich komme zu dem Schluss: In Unna Tjerusj mag es zwar kalt sein, aber die Menschen hier strahlen eine ganz besondere Wärme aus.

Die Reifen des Discovery gleiten sicher über den vereisten Boden
Die Reifen des Discovery gleiten sicher über den vereisten Boden
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